Satinavs Ketten - Das 1. DSA-Adventure

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Mortak der Zwerg
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Satinavs Ketten - Das 1. DSA-Adventure

Beitrag von Mortak der Zwerg » Donnerstag 25. November 2010, 00:49

Hallo zusammen,

auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen (Ihr dürft raten), teile ich hier meine Einschätzung der Präsentation des neuen DSA-Adventures "Satinavs Ketten" mit, welches auf der Dreieich-Convention erstmalig vorgestellt wurde. Dieser Beitrag soll als diskussionsfördernde Maßnahme dienen und diese Diskussion dann die Einschätzung der Spielerschaft verdeutlichen:



Es ist ja nicht so, dass in der Vorankündigung zum Erscheinen eines neuen DSA-Computerspiels gestanden hätte, dass es ein Rollenspiel ist, aber dennoch bin ich davon ausgegangen. Daher war meine Verwunderung zunächst auch sehr groß, als in der Präsentation klar wurde, dass es ein Point&Click Adventure ist.

Ich muss dazu sagen, dass ich mit so etwas noch nie zu tun hatte. Selbst mit solchen Adventure-Spielen wie Lara Croft (Tomb Raider) hatte ich quasi nie zu tun. Ich bin ein Pen & Paper Rollenspieler, der bislang an Computerrollenspielen nur solche erlebt hat, die die Dreidimensionalität und Bildgewaltigkeit von Welten bieten, in denen ich mich ansonsten "nur" in der Phantasie bewege, also DSA und (A)D&D-Spiele. Ich bin also kein eigentlicher Computer- oder Konsolen-Rollenspieler. Definitiv bin ich aber kein Adventure-Spieler. (Überhaupt bin ich mit 42 wohl nicht in der primären Zielgruppe)

Wenn man wie ich am Beginn der Präsentation ob gewaltiger Vorfreude mit feuchten Händen da sitzt und eine sehr hohe Erwartungshaltung mitbringt, dann ist es natürlich leicht, enttäuscht zu werden. Dabei ist die geringere Enttäuschung noch die, dass kein akustisch-bombastisches Musikstück (a la "Also sprach Zarathustra") die Sache eröffnet oder ein Kirchenchor ein Requiem singt. Auch dass kein Nebel durch den engen Raum wabert, kein Laser oder Schwarzlicht die Anwesenden in eine gespannte Stimmung versetzt und dann keine Explosion die Vorführung per Beamer einleitet, kann problemlos akzeptiert werden (vielleicht beim nächsten Mal :cool: ). Was man aber schon hätte erwarten können ist, dass man seine Präsentation vorher mal ausprobiert, damit alles läuft, wenn es der Öffentlichkeit vorgeführt wird. Das war offenbar nicht der Fall.

Dann kommt ein Trailer, aber halt - was war das? Oh, nur der Daedalic-Trailer - nichts zum Spiel... Schließlich wird ein Titel eingeblendet: Satinavs Ketten - vielversprechender Name (sehr schön). Es folgten Adventure-Hinweise zu vorherigen Werken, die mir aber alle unbekannt waren. Und dann wurden Graphiken aus dem Spiel gezeigt und der Hintergrund sowie eine kleine Quest (das Wort ist wohl zu hoch gegriffen) erläutert. Die Graphiken waren noch nicht final, aber man konnte den Stil doch gut erkennen. Ich fand die Bilder des Zeichners wirklich stimmungsvoll und gelungen, aber ich finde sie passend für Cover oder Illustrationen von Regelbüchern, Spielhilfen oder Abenteuerheften. Gerade das, was mich persönlich dazu bringt, aus P&P in die Computervirtualität zu wechseln, nämlich die Dreidimensionalität und die tolle Graphik, die mit der modernen Technik heute möglich ist, genau das wird mir in diesem Spiel nicht geboten. Ich war unglaublich enttäuscht (und musste auf den Schreck erstmal eine Single-Malt-Miniatur leeren). Der dargestellte Comic-Stil erfüllt in keiner Weise meine Wünsche (also mindestens Drakensangniveau). Ich bin nichtmal jemand, der im Bereich der Graphik sehr hohe Anspüche hat - Drakensang war sicher nicht das heute Mögliche, aber das brauche ich auch gar nicht, aber Comic-Stil...?

Nun, was mich desweiteren störte, war die Figur des Protagonisten, Geron. Er ist zunächst kein Held - er ist ein Tolpatsch und Magiedilletant. Er wird gemieden, da er Teil einer düsteren Prophezeiung ist (nachzulesen in der Hintergrundgeschichte). Ich habe mich allerdings gefragt, warum man im abergläubischen Andergast die Figur des Geron nicht längst umgebracht hat, ihn später aber sogar zum König vorlässt, damit er Krähen vertreiben kann. Geron ist keine Figur, die ich selbst sofort lieb habe und spielen möchte - leider läst das Spiel da aber keine Wahl. Der zu führende Figur steht fest. Weder Werte noch Aussehen - nichtmal das Geschlecht sind veränderbar. Ich möchte mir aussuchen, mit wem ich Spiele. Ich möchte ihn entwickeln und seine Werte steigern. Es scheint, ich will ein Rollenspiel! Aber es ist nunmal keines. Ich will auch nicht Baumstämme anklicken und umlegen oder rotes Wasser umleiten - ich will den Feind fnden und vernichten und mich am Geschrei der Weiber erfreuen. Vor allem habe ich aber Spaß daran, mich möglichst frei durch die Welt zu bewegen. In Drakensang ff wandere ich gerne umher, suche schöne Orte und nutze dann sogar die Screenshot-Funktion - Eintauchen und wohlfühlen (und dann zurück zur Quest). Ich will ein gewisses Maß an Entscheidungsfreiheit - verschiedene Lösungswege - ja, ich bin ein Rollenspieler.

Ich muss also feststellen, dass mich Satinavs Ketten leider nicht begeistert. ich bin offenbar nicht die Zielgruppe, obwohl die doch recht weit gesteckt ist. P&P-Spieler, Computer-RSPler und Adventure-Spieler können eventuell ihre Freude am Spiel haben, und wenn ich die Posts in anderen Foren und die Meinungen auf der Präsentation so betrachte, dann scheint es vielleicht tatsächlich einen Markt für das Spiel geben zu können. Während der Präsentation war mir der Gedanke noch so fremd, dass ich in aller Öffentlichkeit Dr. Stefan Blanck gefragt habe, ob er vorab mal seine Fühler in die Community ausgesteckt hat, um zu prüfen, ob ein solches Spiel überhaupt gewollt ist (ja, hat er). Er ist der Fachmann, und er möchte Erfolg haben, also denke ich, dass er sich das gut überlegt hat (hat er auch quasi 8 Jahre lang, denn die Pläne dür ein DSA-Adventure hat er schon so lange). Für mich aber war die Präsentation so enttäuschend, das Spiel selbst so uninteressant, dass ich es wagte, die Anwesenden Besucher zu fragen, ob man das Geld nicht besser in soetwas wie "Die Nordlandsaga geht weiter - Trondes Wacht" als NLT-Fortsetzung hätte stecken sollen. Ich hatte natürlich vergessen, dass die Anwesenden zum größten Teil hardcore-DSAler waren und Nestbeschmutzer wie ich mit Steinigung und Verbrennen auf dem Scheiterhaufen rechnen müssen. Jedenfalls war die Welle der Entrüstung gegen meine provokante Frage schon heftig. Dankenswerter Weise antwortete Stefan Blanck argumentativ und machte klar, dass man die Investitionssummen für Satinavs Ketten und z. B. Drakensang kaum miteinander vergleichen kann. Ein "Rollenspiel-Titel" wie Drakensang ist um ein Vielfaches teurer und somit auch das wirtschaftliche Risiko um ein vielfaches höher.

Im Anschluss an die Präsentation durfte ich mich mit ihm noch über die Zukunft von Computerrollenspielen unterhalten. Es war ein sehr freundliches und informatives Gespräch, welches zusammenfassend für mich ergab, dass die Zukunft wohl nicht in "Box-Titeln" bestehen wird, ferner die Schwierigkeiten von Radon Labs und TGC die Probleme bei der Machbarkeit neuer Titel nicht verstärkt, sondern nur aufgezeigt haben und schließlich die Zukunft eventuell in "free-to-play" Onlinespielen liegen dürfte, die bei Chromatrix natürlch auch angedacht werden. Jedenfalls ist Stefan Blanck ein sehr angenehmer Gesprächspartner, der keine arroganten Allüren aufweist, die manch einem z. B. von einigen DSA-Heiligen bekannt sein könnten...

Ich will nicht verhehlen, dass ich in der Folge des Abends noch Kontakt zu anderen Rollenspielern hatte, die meine Meinung über Satinavs Ketten teilen (aber leider nicht so laut schreien wollten, wie der Lynchmob während der Präsentation). Ich möchte auch deutlich machen, dass ich Satinavs Ketten unbedingt Erfolg wünsche. Das wäre gut für die Szene und zuküftige Werke, die ich evtl. persönlich geeigneter finde. Auch möchte ich den Machern meines Respekts für ihre Arbeit und auch für ihren Mut versichern. Ein ganzes Team gibt bestimmt Herzblut und Hirnschmalz, um Satinavs Ketten zu einem Erfolg zu machen. Allerdings will ich noch kritisch anfügen, dass ich nur solche Mitarbeiter zu einer Premieren-Präsentation mitnehmen würde, die ein gewisses Talent zur öffentlichen Rede und Selbstbewusstsein mitbringen. Das Auftreten einer Mitarbeiterin, die nur ob ihrer Funktion eingeladen wird, aber nicht verkaufen kann, ist kontraproduktiv (wer da war, der weiß, was ich meine).

So, das erstmal soweit. Ich bin auf eure Antworten gespannt, wennglich man natürlich als jemand, der nicht da war (und wohl selbst dann), viel zu wenige Informationen hat, um eine endgültige Meinung zu haben. Bis man mehr sieht, wird es aber 2011 sein.

Eine kleine Anekdote noch:
Als die Präsentation vorbei war und Fragen gestellt wurden, durfte ein mir Unbekannter die erste Frage stellen. Er hatte gleich 4 davon. 3 davon habe ich bereits wieder vergessen (obwohl diese auch ungewollt lustig waren), aber ich war doch irritiert, ob der vollkommenen Belanglosigkeit derselben. An die 4. Frage (es war meine ich in der Reihenfolge die 3.) kann ich mich aber noch erinnern, weil sie so wichtig war, dass sie wohl jedem Anwesenden auf der Zunge lag, sie lautete:

Da das Adventure in Andergast beginnt, werden dann auch Schweine (ich denke er meinte Wildschweine) im Spiel vorkommen?

Tja, nach der Präsentation konnte es wirklich keine andere Frage geben...

Und noch was:
Ich hatte gefragt, ob die Geschichte in dem Adventure wieder Eingang ins offizielle Aventurien finden wird. Ja, das wird der Fall sein, und auch im Av. Boten wird es (nicht immer offensichtlich) dazu Artikel geben...
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McRiley
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Beitrag von McRiley » Donnerstag 25. November 2010, 08:49

Vielen Dank für die wirklich ausführlichen Worte. Leider konnte ich nicht dort sein, um so mehr ist es schön, solche Details von Beobachtern zu hören.
Vielleicht gibt es noch mehr bzw. auch andere Meinungen dazu.
Ich selbst sehe DSA auch eher aus den Augen eines reinrassigen Rollenspielers.

Versuche Anderer ihre Welt in eine andere Spielerfahrung zu portieren (Ego-Shooter, Strategiespiele usw.) sind ja in der Vergangenheit vorwiegend gescheitert.

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principat
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Beitrag von principat » Donnerstag 25. November 2010, 15:28

Danke für diesen ausführlichen Einblick.

Aber ich möchte zu deinen Einwänden gegenüber "Satinavs Ketten" anmerken, das ein weiteres Rollenspiel (wie du dir es vielleicht gewünscht hättest) sich wie nur an seinen Vorgänger hätte messen lassen müssen.

So wie Viele vor dem Erscheinen von Drakensang geschriehen haben: "Oh Gott, das kann ja nichts werden!" und mit Erscheinen des Titels sofort die Vergleiche mit der alten NLT gemacht wurden.

Die war ja super und hat die Computer-DSA'ler sehr zufrieden gestellt, also musste ein neues Rollenspiel in Aventurien mindestens diesen Ansprüchen gerecht werden, sonst würden es doch die "Hardcore"-DSA'ler nicht kaufen und schon fehlen wertvolle Kunden auf dem Markt.

Aber andererseits ist ein zu spezielles DSA-Spiel mit strikter Regelanwendung sehr wahrscheinlich abschreckend für den Gelegenheitsrollenspieler (der vielleicht mit DSA nichts anzufangen weiß). Siehe dazu auch die Kritik an Drakensang von den "Alten Hasen"...

Also muss ein Programmiererteam ne ganze Menge überlegen wie man ein Spiel gestaltet und sich ersthaft fragen: Für wen?

Das heißt ein weiteres Rollenspiel in Aventurien müsste sich nicht nur mit dem Charme und der Regeltreue der alten NLT messen, sonder jetzt auch noch mit der graphischen und erzählerischen Darbietung eines Drakensang. Und ganz ehrlich: mir wäre diese Aufgabe als Programmierer zuviel.

Deshalb freue ich mich auf ein Point&Click-Adventure... weil da gabs auch verdammt viele gute... Monkey Island... Myst...
Wer gut würfelt, braucht kein Glück!

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Mortak der Zwerg
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Vielen Dank für Deine Argumente, "principat"

Beitrag von Mortak der Zwerg » Freitag 26. November 2010, 01:20

principat hat geschrieben:Aber ich möchte zu deinen Einwänden gegenüber "Satinavs Ketten" anmerken, das ein weiteres Rollenspiel ... ...sich wie nur an seinen Vorgänger hätte messen lassen müssen.
Ich sehe das so: Wer Angst hat, sich dem Wettbewerb zu stellen, der sollte es lassen. Aber ich denke nicht, dass der Grund für ein Adventure darin zu finden ist, sondern 1. wegen der offenbaren Schwierigkeiten, ein DSA-Rollenspiel in a box finanziell zum Erfolg zu führen (siehe TGC und Radon Labs) und 2., weil es Stefan Blank von Anfang an gar nicht um ein entweder-oder ging, sondern allein um die Verwirklichung eines lange schon angedachten Projektes.

principat hat geschrieben:So wie Viele vor dem Erscheinen von Drakensang geschriehen haben: "Oh Gott, das kann ja nichts werden!" und mit Erscheinen des Titels sofort die Vergleiche mit der alten NLT gemacht wurden.
Also derartige Erinnerungen habe ich nicht, und diese Gedanken waren nie meine. Bei DraSa hatte ich sofort eine super Meinung zum Spiel. Ich war sogar erschüttert, als irgendwann klar wurde, dass Radon Labs insolvent gehen würde und DraSa nicht genügend Geld eingebracht hatte.

principat hat geschrieben:Also muss ein Programmiererteam ne ganze Menge überlegen wie man ein Spiel gestaltet und sich ersthaft fragen: Für wen?
Ich bin nicht die allwissende Müllhalde, aber ich meine, wenn man ein DSA-Computerrollenspiel rausbringen würde, das inhaltlich an die NLT anschließen würde, graphisch nur minimal besser ist als DraSa, spielmechanisch denselben guten Kompromis wie DraSa anlegt, ebenso bugfrei ist und das Ganze vollvertont, dann ließe sich das auch verkaufen. Das Problem ist aber wohl, dass die Produktionskosten ohne Förderungsmaßnahmen so dermaßen hoch sind, dass selbst bei einem Erfolg (sagen wir 250.000 verkaufte Einheiten) finanziell ein Minus gemacht wird. Folglich wird ein Box-Titel in absehbarer Zeit nur unter großem Risiko zu produzieren sein. Wir werden ja sehen, wie es Demonicon im 2. Versuch ergeht (DSA-Lizenz vorausgesetzt).

principat hat geschrieben:Das heißt ein weiteres Rollenspiel in Aventurien müsste sich nicht nur mit dem Charme und der Regeltreue der alten NLT messen, sonder jetzt auch noch mit der graphischen und erzählerischen Darbietung eines Drakensang. Und ganz ehrlich: mir wäre diese Aufgabe als Programmierer zuviel.
Also ich finde, Charme kann man nicht programmieren. DraSa ist ebenfalls Charme gelungen - aber ich denke, die heimelige Spielwelt macht da viel aus. Regeltreue ist mir persönlich total wurscht, weil ich DSA 4 sowieso komplett ablehne. Ein Kompromis muss in jedem Fall gefunden werden - egal ob Adventure, RSP oder MMORPG (oder wie das heißt). Die Graphik von Drakensang sehe ich nicht auf aktuellem Stand, von daher ist die sicher erreichbar. Das Erzählerische liegt auch nicht in Händen des Programmierers, und einige Wenige gute DSA-Autoren gibt es ja zum Glück noch... (...und Chromatrix hat ja jetzt schließlich Mark).
principat hat geschrieben:Deshalb freue ich mich auf ein Point&Click-Adventure... weil da gabs auch verdammt viele gute... Monkey Island... Myst...
Jedem das Seine - von daher ehrlich: Viel Spaß!
Zuletzt geändert von Mortak der Zwerg am Freitag 26. November 2010, 23:03, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag von CM_Admin » Freitag 26. November 2010, 10:50

Mortak der Zwerg hat geschrieben:
principat hat geschrieben:Aber ich möchte zu deinen Einwänden gegenüber "Satinavs Ketten" anmerken, das ein weiteres Rollenspiel ... ...sich wie nur an seinen Vorgänger hätte messen lassen müssen.
Ich sehe das so: Wer Angst hat, sich dem Wettbewerb zu stellen, der sollte es lassen. Aber ich denke nicht, dass der Grund für ein Adventure darin zu finden ist, sondern 1. wegen der offenbaren Schwierigkeiten, ein DSA-Rollenspiel in a box finanziell zum Erfolg zu führen (siehe TGC und Radon Labs) und 2., weil es Stefan Blanck von Anfang an gar nicht um ein entweder-oder ging, sondern allein um die Verwirklichung eines lange schon angedachten Projektes.
Kurze Anmerkung: Bei dem Adventure geht es nicht um Punkt 1, sondern - und ich betone das - ausschließlich um Punkt 2. Die DSA-Welt bietet mehr Spielraum als nur für eine NLT oder nur Drasa, sondern auch für ein Adventure als Point & Click oder Text-/Grafik-Abenteuer wie hier im Browser plus Zweikämpfe oder ehemals als Mobile-Abenteuer ... und, und, und ... (Hoffen wir mal das Beste. :) ) Dass nicht jeder DSA-Spieler alles mögen muss, was in Verbindung mit der Marke DSA angeboten wird, ist doch jedem Produzenten völlig klar. Es gibt "da draußen" aber auch Adventure-Spieler, die kein DSA spielen oder noch nicht mal davon gehört haben, und die sich das Spiel (hoffentlich) kaufen werden. Vielleicht begrüßen wir den/die eine/n oder andere/n in Zukunft auch als Pen&Paper-DSA-Spieler. Diesen Effekt sollte man übrigens auch nicht unterschätzen, ist aber ein anderes Thema.
Mortak der Zwerg hat geschrieben:Ich war sogar erschüttert, als irgendwann klar wurde, dass Radon Labs insolvent gehen würde und DraSa nicht genügend Geld eingebracht hatte.
Das ist aber jetzt so stark vereinfacht dargestellt, dass man den Eindruck gewinnen könnte, Drakensang wäre nicht erfolgreich gewesen. Das stimmt so nicht. - Aber: Bei einer Bilanz gibt es eine Einnahmen- und eine Ausgabenseite. Es gilt, Vergangenes und Zukünftiges projekt- und produktionsseitig zu bewerten. Und dann gibt es auch noch globale Veränderungen im Markt etc. pp. Alles in allem ist das kein Thema, das sich auf dem berüchtigten Bierdeckel zusammenfassen lässt, selbst wenn der so groß ist, dass ein zwergischer Humpen Platz darauf findet.

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Beitrag von McRiley » Freitag 26. November 2010, 12:27

Auch wenn das jetzt in die falsche Richtung ausufert, aber ich würde jederzeit ein Drakensang 3 kaufen. Ich fand DraSa 2 auch wesentlich besser als DraSa 1 (was ich zum Ende hin zu überzogen fand).

Es ist wirklich überaus bedauerlich, dass es für ein DSA RPG auf dem Computer in naher Zukunft keine Chancen mehr geben wird.
Demonicon zähle ich hier nicht dazu, weil für mich besteht DSA und RPG immer aus einer Party von mehreren Spielern mit Interaktionen, eigenen Geschichten und Persönlichkeit. Das alles wird Demonicon wahrscheinlich nicht bieten und sieht auf dem Gezeigten eher wie ein Hack'n Slay à la Diablo aus.

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Beitrag von CM_Admin » Freitag 26. November 2010, 14:20

McRiley hat geschrieben:Es ist wirklich überaus bedauerlich, dass es für ein DSA RPG auf dem Computer in naher Zukunft keine Chancen mehr geben wird.
Das hat doch gar niemand so gesagt. Nur mit Drakensang 3 wird's halt leider nix.

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Mortak der Zwerg
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Beitrag von Mortak der Zwerg » Freitag 26. November 2010, 15:03

CM_Admin hat geschrieben:
Mortak der Zwerg hat geschrieben:Ich war sogar erschüttert, als irgendwann klar wurde, dass Radon Labs insolvent gehen würde und DraSa nicht genügend Geld eingebracht hatte.
Das ist aber jetzt so stark vereinfacht dargestellt, dass man den Eindruck gewinnen könnte, Drakensang wäre nicht erfolgreich gewesen. Das stimmt so nicht. - Aber: Bei einer Bilanz gibt es eine Einnahmen- und eine Ausgabenseite. Es gilt, Vergangenes und Zukünftiges projekt- und produktionsseitig zu bewerten. Und dann gibt es auch noch globale Veränderungen im Markt etc. pp. Alles in allem ist das kein Thema, das sich auf dem berüchtigten Bierdeckel zusammenfassen lässt, selbst wenn der so groß ist, dass ein zwergischer Humpen Platz darauf findet.
Ich finde, mein Zitat hast Du da aus dem Zusammenhang gerissen. Ich habe das geschrieben, um zu zeigen, dass ich bei DraSa von Beginn an "ein gutes Gefühl" hatte. In meinem folgenden Abschnitt schreibe ich dann etwas zu den Finanzen, und ich denke das tue ich dort auch nicht weit ab von der Realität.
Mortak der Zwerg hat geschrieben:Ich bin nicht die allwissende Müllhalde, aber ich meine, wenn man ein DSA-Computerrollenspiel rausbringen würde, das inhaltlich an die NLT anschließen würde, graphisch nur minimal besser ist als DraSa, spielmechanisch denselben guten Kompromis wie DraSa anlegt, ebenso bugfrei ist und das Ganze vollvertont, dann ließe sich das auch verkaufen. Das Problem ist aber wohl, dass die Produktionskosten ohne Förderungsmaßnahmen so dermaßen hoch sind, dass selbst bei einem Erfolg (sagen wir 250.000 verkaufte Einheiten) finanziell ein Minus gemacht wird. Folglich wird ein Box-Titel in absehbarer Zeit nur unter großem Risiko zu produzieren sein. Wir werden ja sehen, wie es Demonicon im 2. Versuch ergeht (DSA-Lizenz vorausgesetzt).
Ich hätte natürlich noch deutlicher schreiben können, dass Radon Labs das Spiel Drakensang (1) fast komplett finanziert bekommen hat. Ich halte die erreichten 250.000 verkauften Einheiten von DraSa für einen echten Verkaufserfolg, aber offenbar hat es nicht gereicht, um nach dem weniger finanziell erfolgreichen DraSa 2 noch genauso weitermachen zu können. Inwiefern da allgemeine Fluktuationen im Markt eine Rolle spiel(t)en, kann ich nicht wissen ("keine Allwissende Müllhalde"). Ich habe aber nichts dagegen, wenn mein kleiner Bierdeckel zur Verdeutlichung von Dir hier mal in eine überschaubare Kalkulation oder Gewinn-/Verlust-Rechnung verwandelt wird. :wink:


@McRiley:
1. Ich würde DraSa 3 nicht kaufen, denn es hat keine DSA-Lizenz.
2. Das Vorurteil, Demonicon gehe in Richtung Hack´n´Slay ist so alt wie der erste zweideutige Bericht zum Spiel. Alle späteren klaren Aussagen der Macher, dass Demonicon eben kein solches Spiel wird, sondern nur ein actionlastigeres RPG, prallten an der Betonwand des falschen Gerüchts ab - leider...

CM_Admin hat geschrieben:
McRiley hat geschrieben:Es ist wirklich überaus bedauerlich, dass es für ein DSA RPG auf dem Computer in naher Zukunft keine Chancen mehr geben wird.
Das hat doch gar niemand so gesagt. Nur mit Drakensang 3 wird's halt leider nix.
Nun, eigentlich habe ich das sehr wohl so behauptet (mit der Einschränkung, dass es sich um Titel "in a box" handelt und der weiteren Einschränkung, dass es solche Spiele vielleicht deshalb nicht mehr geben wird, weil das finanzielle Risiko zu groß ist, was Du, lieber Admin, ja im Grunde bestätigt hast, als Du von dem Bierdeckel schriebst.

Ach ja, für mich als Neuling mal die Frage, ob sich hinter Dir, CM_Admin, die Person "verbirgt", mit der ich auf der Dreieich-Con gesprochen habe, und die mir meine entsprechenden Thesen zur Zukunft von "in a box-Titeln" mit fundierten Argumenten erst ins Ohr gelegt hat? Mir jedenfalls würde es besser gefallen, wenn am Ende eines Beitrages, der als CM_Admin geschrieben wurde, noch angefügt wäre "LG Stefan" (o. Ä.), oder gibt es hier nur einen Admin?
Zuletzt geändert von Mortak der Zwerg am Freitag 26. November 2010, 23:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von CM_Admin » Freitag 26. November 2010, 17:01

Zuvorderst: In diesem Thread schreibe ich, Stefan Blanck, hier als CM_Admin. Aber generalisiert gilt das nicht. Dafür haben wir auch noch Mitarbeiter.

Für einige Aussagen hier gilt mal wieder die Problematik, dass in der pragmatischen Kürze des geschriebenen Wortes oft auch eine Verkürzung der Aussage bis hin zu potenziell missverständlichem Auffassen von mitlesenden Dritten innewohnt. Deshalb muss ich einiges relativieren, da mir deine Antwort aufzueigt, dass es missverstanden werden könnte.

Ich habe geschrieben, dass es mit Drakensang 3 nichts wird. Das hat mannigfaltige Gründe, die gerade NICHT auf einen Bierdeckel zusammengefasst passen.

Ich habe NICHT geschrieben, dass es kein DSA-Computer-RPG mit einer Party mehr geben kann. - Mit anderen Worten: Selbstverständlich kann es in Zukunft auch wieder ein Party-DSA-RPG geben. Nur könnte das aus rechtlichen Gründen nicht Drakensang 3 heißen.

Die Frage, die die gesamte Computerspielbranche bewegt, ist allerdings, wie Computerspiele in Zukunft vermarktet werden. Und diesbezüglich steht das Geschäftsmodell der Retail-Vermarktung als Boxed-Produkte oder Finished-Goods, also dem auf einem physikalischen Datenträger ausgelieferten Spiel, auf dem Prüfstand. Selbstverständlich spielen dabei u. a. auch die Marge des Handels und Raubkopien eine Rolle. Deshalb schaut man sich eben andere Geschäftsmodelle wie "Games as a Service", die erst mal mit einem "Free 2 Play"-Ansatz starten und über Micropayment, Werbung etc. versuchen, Geld einzuspielen, genau an. Das ist nunmal die Sachlage, der sich auch DSA nicht entziehen kann.

Vielleicht wird das alles ganz toll? Vielleicht gibt es aber auch in zwei bis drei Jahren eine Saure-Gurken-Zeit bei Computerspielen, weil zurzeit weniger Computerspielentwicklungen für die klassische Retail-Vermarktung in Produktion gehen? Vielleicht ist in drei Jahren derjenige erfolgreich, der jetzt den klassischen Kurs beibehält? Vielleicht gibt es dann wieder eine Gegenbewegung? Am wahrscheinlichsten wird dann etwas am erfolgreichsten sein, was heute gerade erst am Entstehen ist und noch gar niemand auf dem Radar hat. Wer weiß das alles schon so genau?

Jedenfalls wird es weitergehen mit Computerspielen und auch mit DSA am Computer. Da bin ich mir ziemlich sicher. Also: Nicht den Kopf in den Sand stecken.

Euer

Stefan Blanck

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Danke

Beitrag von Mortak der Zwerg » Freitag 26. November 2010, 22:58

Vielen Dank für die Erläuterungen :!:
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Trojus Travian
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Beitrag von Trojus Travian » Samstag 27. November 2010, 10:15

Also ich werde mit Spannung auf die Veröffentlichung warten und das Spiel auch ungetestet kaufen. Das hab ich bislang mit allen DSA - PC (Amiga) Produkten so gehandhabt ;)

Grundsätzlich muß ich allerdings bedenken äußern, Point & Click ist nicht mehr gerade Zeitgemäß und wird sich meiner Meinung nach nur schwer verkaufen lassen, da es in der Natur eines Adventures liegt sehr schnell "ausgelutscht" zu sein.

Ein RPG kann ich in verschieden Party Zusammenstellungen spielen und je nach Freiheiten im Spiel sogar über viele verschiede Wege zur Lösung kommen.
Bei einem Adventure ist der Weg zum Ziel normalerweise sehr linear, ähnlich einem Solo-AB und wenn ich es nichtmal mit verschieden Charakterklassen spielen kann wird es schon beim 2. Anlauf schnell langweilig.
Deshalb würde ich im Normalfall niemals Geld ausgeben für ein Adventure, sowas leihe ich mir lieber für nen Tag in der Videothek aus.

Worauf ich seit langer Zeit warte ist ein RPG das sich unkompliziert mit einer MultiplayerParty via I-Net spielen lässt. Das aber auch einen Singleplayermodus erlaubt in dem 1 Spieler die kpl. Party steuern kann.

Ich führe hier mal den LAN-Modus von z.B. Baldurs Gate an, da klappte das schon rel. gut. Bei Sacred war der Multiplayermodus via I-Net auch rel. Stabil allerdings wars mehr Hack & Slay als RPG leider.

Wichtig für mich als Alt-DSAler ist das Steigern, der Stufenanstieg ist ein enormer PLUSpunkt der NLT. gutes altes DSA3 Regelwerk halt.

Für Kundenbindung und Verhinderung der Raubkopie ist wohl WoW ein Paradebeispiel. Wenn man so ein System mit Serverseitiger Steuerung hat darf natürlich nicht bei jedem login erstmal 2-3 Std. update erfolgen wie bei Gildwars seinerzeit. Das frustet total und mir wars damals nach dem 3. mal zu doof. Wenn ich Zeit zum spielen hab will ich nicht 3 Std. lang den updatebalken wachsen sehen um endlich rein zu kommen ;)

Mein traum ist seit langen eine Browserbasierte Nutzung des grafischen 3D Kampfsystems der NLT mit Multiplayersteuerung ;) . Sowas in Flash Programmiert als Mini-Game in Sozialen Netzwerken wie Facebook könnte bei der Cominity-Bildung extrem helfen.

hab gerade keine Zeit um weiterzuspinnen, reicht aber im Moment auch erstmal.....

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norbo
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Beitrag von norbo » Sonntag 28. November 2010, 13:49

Aloha he an Alle!

Zu meiner Schande: Ich bin kein PC-Spiele-Zocker! Ich habe nie Drakensang gespielt, oder Command & Conquer, oder Warcraft, oder Quake, oder die NLT, oder oder oder...
Ich weiß, manche werden jetzt sagen: "Armes Schwein".
Aber es gab einfach in meinem Leben andere Dinge mit denen ich meine Zeit füllte, so einfach ist das...
Daher ist meine Sicht auf die Dinge vielleicht etwas neutraler:
Wenn ich spiele will ich sofort in der Welt drinsein, nicht lange mit Einführungen rummachen, mich nicht eindenken müssen und wenn ich nach 5 Minuten keinen Bock hab, auch einfach gehen können, ohne das andere auf mich angewiesen sind. Daher gefällt mir dieses Browsergame auch so gut! Und ein Coint&Click kann eine Ergänzung dazu sein.
Ob es wirklich so mono-dimensional ist wie oft befürchtet, kann ich nicht sagen, laßt es uns abwarten. Ich glaube da arbeiten fähige Leute dran.

Eins will ich aber sagen, es sollte wirklich die Möglichkeit geben mit mehreren unterschiedlichen Chars ein Abenteuer zu spielen, und dies sollte auch zu unterschiedlichen Handlungssträngen führen können, außerdem die Möglichkeit den Helden zu entwickeln, denke dies sind Grundvoraussetzungen an ein Abenteuer, gerade für den Langfrist-Spaß. Aber wie gesagt, lassen wir uns überraschen!

Aber eins würde mich brennend interessieren:
Wie sieht der Admin die Zukunft der Browsergames im allgemeinen und dieses hier im speziellen? Ich frage hier unter kaufmännischen Aspekten. Manchmal mache ich mir schon ein paar Gedanken ob die ganze Sache hier kostendeckend ist.
Wer sich mal anschaut wieviele Leute SDZ2 gespielt haben (Ruhmeshalle) kann sich schnell ausrechnen wieviel Umsatz damit gemacht wurde... Der Werbeaufwand der damit verbunden war und die Tatsache das es den ersten Teil kostenfrei gab und ja auch von Schreiberlingen erdacht wurde macht einen dann schon nachdenklich...daher auch meine kleine (Spende) diese Woche in Höhe von 49,99 ;-)

Wird hier Geld verdient, oder sind wir eine Testplattform für was größeres? Oder dienen wir der Kundenbindung, cross-selling etc?
Das sind die Fragen die mich gerade an einem Sonntag treiben... Danke wenn ich darauf eine Antwort haben kann (gerne auch vertraulich). Ich weiß das sich diese Gedanken einige andere auch machen.
Ciao,
Christian
" Wie teuer kostet der Preis?"
aus: Regelbuch II, S. 86.

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Beitrag von CM_Admin » Montag 29. November 2010, 10:59

Hallo norbo,

vielen Dank für deine "Spende". Wir freuen uns nicht nur über dich als äußerst spendablen Spieler, sondern auch über die vielen Spieler, die sich mal ein Abenteuer für 3,99 Euro gönnen.

Tatsächlich sind wir noch nicht reich geworden. :cry: Andererseits hieß es mal so schön vor längerer Zeit: "Dröpli für Dröpli, Qualitdait". :wink:

Aber mal im Ernst: Wichtig ist uns, dass wir uns eine Infrastruktur für Micropayment aufgebaut haben und somit unabhängig vom "Ach und Weh" von Browsergame-Portalen sind. Außerdem bombadieren wir euch Spieler hier nicht mit Werbung. Wenn man es nicht sieht, wird das leicht vergessen. Aber - sic - eine gewisse Anerkennung sollten wir dafür ernten.

Wenn man bedenkt, dass wir hier - unserer Auffassung nach - ein extrem gutes Preis-/Leistungsangebot für DSA-Spieler abliefern. Wenn man in Betracht zieht, dass ein Print-Soloabenteuer rund 11 Euro kostet - und auch vor rund 15 Jahren der Preis bei rund 15 D-Mark lag -, dann sind 2,50 (bei 10.000 Phexsternen) bis 3,99 Euro sehr günstig und das zudem bei aufwändigerer Aufarbeitung. Insofern betrübt es uns offengestanden etwas, dass es noch immer einige DSA-Spieler gibt, die unserem Angebot nicht so offen gegenüberstehen als DSA-Print-Produkten. Vielleicht gibt sich das mit der Zeit noch. Wir freuen uns deshalb, wenn ihr Spieler andere auf unsere DSA-Browserabenteuer aufmerksam macht. Denn Mund-zu-Mund-Empfehlung ist immer noch das effektivste Mittel.

Euer

Stefan Blanck

McRiley
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Beitrag von McRiley » Montag 29. November 2010, 11:58

Um noch einmal ein Missverständnis aufzuklären:
Als ich sagte, ich würde ein Drakensang 3 sofort kaufen, habe ich mich nicht am Titel aufgehängt. Das kann auch Ravenna 1 heißen oder egal wie auch immer ;-P

Es ging darum, dass ich ein Party-RPG auf dem Computer, welches die sehr guten DSA- Regeln beinhaltet und umsetzt mit einer guten Story und etlichen Sidequests, sofort kaufen würde.

Ob das ein In-Box-titel sein muss, bezweifle ich. Ich brauch keine Karte und Booklets und was auch immer. Das kann alles digital als PDF-File dabei sein.

Vielleicht sollte man wirklich den Vertriebsweg hinterfragen. Ich denke via Steam z.B. wo der Zwischenhandel ausgeklammert wird und die Herrstellungskosten von den Boxen samt Inhalt entfallen, könnte der Break-Even früher erreicht werden. 250.000 verkaufte Exemplare über eine Online-Vetriebsplattform wäre sicherlich auch ein finanzieller Erfolg.

Aber villeicht täusche ich mich ja auch komplett....

sindajin
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Beitrag von sindajin » Dienstag 30. November 2010, 13:55

Eigentlich bin ich kein großer Fan, von Comic-Stil. In Print-Publikation fand ich die Illustration von z.B. Sabine Weiß immer weniger schön, als die eher realistischen von Caryad oder Mia Steingräber.

Allerdings, wenn man sich an "Fianna, die Amazone" erinnert, hat Comic in Aventurien auch schon gut funktioniert.

wholto
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Beitrag von wholto » Dienstag 30. November 2010, 14:23

Trojus Travian hat geschrieben: Ein RPG kann ich in verschieden Party Zusammenstellungen spielen und je nach Freiheiten im Spiel sogar über viele verschiede Wege zur Lösung kommen.
Bei einem Adventure ist der Weg zum Ziel normalerweise sehr linear, ähnlich einem Solo-AB und wenn ich es nichtmal mit verschieden Charakterklassen spielen kann wird es schon beim 2. Anlauf schnell langweilig.
sehe ich ähnlich, deswegen mag ich online rollenspiele gerne, auch wenn da noch einiges zu verbessern ist, aber das kommt bestimmt mit der zeit.

bolthan2003
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Beitrag von bolthan2003 » Dienstag 7. Dezember 2010, 17:37

CM_Admin hat geschrieben: Wenn man bedenkt, dass wir hier - unserer Auffassung nach - ein extrem gutes Preis-/Leistungsangebot für DSA-Spieler abliefern. Wenn man in Betracht zieht, dass ein Print-Soloabenteuer rund 11 Euro kostet...
Naja ich würde einfach sagen eure Zielgruppe ist recht klein. Für bestimmte Personen trennen die Printprodukte und deren Umsetzung am Computer noch immer Welten.

Ich habe mir eure kostenlosen Abenteuer angeschaut. Mir fehlen dabei eine Gruppenkomponente und zumindest eine Umsetzung eines isometrischen Kampfsystems wie es die Nordlandtrilogie damals hatte. Ich möchte zumindest irgendeine Art von bildlicher Darstellung der Kämpfe haben. Am Spieltisch stelle ich für so was auch Figuren auf, das macht das ganze greifbarer und wesentlich interessanter.

Auch wenn eure Texte gut gemacht sind, sind sie mir doch zu wenig um dafür Geld auszugeben, sorry. Ich hoffe ihr entwickelt das System weiter, so dass ihr mich als "zahlenden" Kunden gewinnen könnt.


Zum Thema DSA-Adventure
Ich finde es schön, dass auch mal ein anderes Genre bedient wird. Allerdings hätte ich mir lieber ein Strategie-DSA, Rollenspiel-DSA oder ein Action-DSA (diablomäßig -> ja ich kann mir auch so was in der DSA-Welt vorstellen; einen Teil der Regeln würde ich lieber heute wie morgen in die Tonne treten) Spiel angekündigt gesehen.
Einen Punkt fand ich noch amüsant, dass auf der Dreieichcon eigentlich schon mehr Infos (über das Netz) zum Spiel verbreitet wurden wie bei Demonicon in der gesamten Entwicklung.
Siehe hier:
http://www.gamersglobal.de/news/29731/d ... -enthuellt

Ich hoffe den zukünftigen DSA-Produktionen ist mehr Glück beschieden wie den vergangenen. Ich trauere um :cry: :cry: :cry:
LMK
Armalion

und hoffe, dass ich zukünftig nicht um
Demonicon und Satinav's Ketten trauern muß. Lieber ein DSA-Spiel, dass den Regeln in geringem Umfang entspricht, als gar kein DSA-Spiel.

Telemann
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Beitrag von Telemann » Freitag 17. Dezember 2010, 22:03

Ich kannte den Begriff Point & Click Adventure noch gar nicht, aber an Monkey Island habe ich gute Erinnerungen mit einem alten 3/86er.

Könnte mir durchaus Spaß machen.

Schade finde ich aber auch, dass man den Charakter nicht wählen kann (zumindest könnte er sich optisch etwas ändern).

Schön fände ich solche Spiele, die mit mehreren frei wählbaren Charakteren gespielt werden können und deren Charaktere auch in späteren Folgeabenteuern verwendet werden können (z.B. NLT), mit einer möglichst guten Grafik und gutem Sound.

Mir persönlich ist zwar ein Box-Abenteuer für den PC lieber, da habe ich dann immer etwas was ich in der Hand halten und im Regal sehen kann, aber bei meinen Wünschen habe ich natürlich die finanzielle Seite unbeachtet gelassen.

Bei den Kämpfen im Abenteuer fand ich immer den Computer-Kampf von NLT gut. Die Charaktere kämpfen und benutzen im Gegensatz zu Drakensang auch ihre besonderen Fähigkeiten, könnten aber taktisch ab und zu besser per Hand geführt werden.
Wenn man bei den Kampfen wie bei Drakensang immer so viel klicken muss (sonst werden die Sonderfähigkeiten nicht benutzt) habe ich nicht so gern.

Die Browser-Soloabenteuer gefallen mir aber recht gut und es kann ruhig noch viel mehr davon geben. Gegen weitere Effekte usw. habe ich natürlich auch nichts. :)

Und wenn die am PC nicht mehr so nachgefragt sein sollten, könnten die Abenteuer (mit kleinen Abwandlungen) auch noch als Pen&Paper-Abenteuer rausgebracht werden. Für Sammler bestimmt interessant.

Viele Grüße

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Mortak der Zwerg
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Beitrag von Mortak der Zwerg » Donnerstag 23. Dezember 2010, 00:22

Hallo mal wieder,

ich wünsche Allen ein harmonisches Weihnachtsfest!

...und weil es bis Neujahr zum Thema wohl nichts Offizielles-Neues mehr geben wird, auch gleich einen guten Start ins neue Jahr, mit den besten Wünschen für eure Gesundheit, und dass ihr euch um eure Lieben keine Sorgen machen müsst...

Euer Mortak
Spielst Du auch oder diskutierst Du nur?

polla
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Beitrag von polla » Dienstag 4. Januar 2011, 11:27

ja - an diese alten monkey island zeiten erinnere ich mich auch noch :) war irgendwie ein besseres feeling als bei den browsergames von heute, auch wenn die grafik wahrscheinlich der horror war...

Telemann
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Beitrag von Telemann » Dienstag 15. November 2011, 20:40

Hallo,
habe grade bei Amazon gesehen, dass man eine limitierte Collectors Edition von Satinavs-Ketten vorbestellen kann.

Was ist den an dieser Version das Besondere im Vergleich zur normalen Version?

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Beitrag von CM_Admin » Mittwoch 16. November 2011, 10:58

Hallo Telemann,

am besten, du fragst direkt im Forum bei Daedalicnach. Wir wissen es auch noch nicht.

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Kara Healy
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Beitrag von Kara Healy » Montag 5. März 2012, 14:25

Nun ist ja klar, was drin ist:


- Original-Ledernotizbuch des Feenforschers aus dem Spiel
- Handbuch inklusive Lösungshilfe und Artbook
- Der epische Soundtrack zum Spiel auf Audio-CD
- 5 doppelseitige Heldendokumente zu Charakteren des Spiels
- Doppelseitiges Poster im A1-Format

Und eigentlich, für mich der Kaufgrund, war noch geplant:

- 32-seitiges Pen&Paper-Abenteuer zum Spiel

Dies wurde nun leider doch aus dem Programm genommen. Laut Daedalic hat das rechtliche Gründe. Könnt ihr irgendwas dazu sagen? Kann man das irgendwie andersweitig erwerben?
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Beitrag von CM_Admin » Montag 5. März 2012, 18:10

Hallo Kara Healy,

mit einem Lizenzvertrag werden normalerweise gewisse Rechte eingeräumt, andere nicht. Wie das Wort "eingeräumt" schon bildlich ausdrückt, kann ein Lizenznehmer innerhalb dieses "Raums" Produkte erstellen, außerhalb nunmal nicht. Falls sich die Inhalte einer Collector's Edition ändern, dann kann das vielerlei Gründe haben. Wenn es dazu etwas zu sagen gibt, dann ist das Sache des Lizenznehmers.

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Kara Healy
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Beitrag von Kara Healy » Montag 5. März 2012, 20:25

Das war jetzt aber kompliziert ausgedrückt ;) Mit anderen Worten: Daedalic wollte ein P&P-Abenteuer zum spiel erstellen/rausbringen, aber das war nicht mit euch so ausgemacht und deshalb dürfen sie das nun nicht. Meine Frage ist ja eigentlich nur: Gibt es dazu trotzdem ein Abenteuer, vielleicht von euch? Wisst ihr etwas dazu?

Danke für die schnelle Antwort :)
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Beitrag von nottr » Montag 5. März 2012, 21:28

Kara Healy hat geschrieben:Daedalic wollte ein P&P-Abenteuer zum spiel erstellen/rausbringen, aber das war nicht mit euch so ausgemacht und deshalb dürfen sie das nun nicht. Meine Frage ist ja eigentlich nur: Gibt es dazu trotzdem ein Abenteuer, vielleicht von euch?
Mal ne Gegenfrage: Was hat Chromatrix damit zu tun? Ich dachte die haben nur die Rechte an elektronischen Spielen (Handyspiele, Browserspiele, ...), siehe zB http://www.wiki-aventurica.de/wiki/DSA-Lizenz

So hab ich das zumindest verstanden und intepretiere den dezenten Hinweis auch so.
CM_Admin hat geschrieben:Wenn es dazu etwas zu sagen gibt, dann ist das Sache des Lizenznehmers.

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Beitrag von Kara Healy » Dienstag 6. März 2012, 05:57

Lizenznehmer wäre ja Daedalic, Geber Chromatrix.

Ich darf mal aus dem Daedalic-Forum zitieren:

http://forum.daedalic.de/viewtopic.php?f=52&t=665
Das Schwarze Auge ist mit seiner über 25-jährigen Geschichte eine der bekanntesten Rollenspiel-Marken Europas. Neben den populären „Pen & Paper“-Abenteuern, ist Das Schwarze Auge die Basis einer Reihe von erfolgreichen Computerspiel-Umsetzungen.

„Es freut uns außerordentlich, mit Daedalic ein hervorragendes Studio als Lizenzpartner gewonnen zu haben, und mit einem spannenden Adventure dem Spieluniversum DSA ein neues Kapitel hinzuzufügen“, so Dr. Stefan Blanck, Geschäftsführer der Chromatrix GmbH.

Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten wird entwickelt von Daedalic Entertainment und gemeinsam mit Deep Silver in Deutschland, Österreich, der Schweiz, sowie weiteren Ländern, für den PC veröffentlicht. Das Schwarze Auge erscheint unter Lizenz der Chromatrix GmbH. Das Schwarze Auge ist eine eingetragene Marke der Signifcant Fantasy GbR.
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Beitrag von nottr » Dienstag 6. März 2012, 06:28

Kara Healy hat geschrieben:Lizenznehmer wäre ja Daedalic, Geber Chromatrix.
Eben. Du schreibst es doch selbst. Und meines Erachtens kann Chromatrix nur Lizenzen für elektronische Spiele vergeben, da sie nur dafür die Rechte haben. Für P&P-Abenteuer müsste sich Daedalic eine Extralizenz besorgen, welche sie sich von Ulisses(? - Signifcant Fantasy GbR ist glaub ich raus aus dem Spiel) holen müssten.
CM_Admin hat geschrieben:(...)mit einem Lizenzvertrag werden normalerweise gewisse Rechte eingeräumt, andere nicht. Wie das Wort "eingeräumt" schon bildlich ausdrückt, kann ein Lizenznehmer innerhalb dieses "Raums" Produkte erstellen, außerhalb nunmal nicht.(...)

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Beitrag von Kara Healy » Dienstag 6. März 2012, 08:37

Achso, jetzt verstehe ich, was du meinst. Und das gilt auch, wenn es sich um ein P&P-Abenteuer handelt, welches die Story von einem Spiel wiedergibt, welches Daedalic unter der Lizenz von Chromatrix entwickelt hat?

Kompliziert... und schade. Somit bleibt den Fans ein tolles Gimmick verwehrt :(
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