Kritik/Anregungen zur (Gleich)behandlung der Archetypen.

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Kritik/Anregungen zur (Gleich)behandlung der Archetypen.

Beitragvon Arkandor » Mittwoch 17. August 2011, 07:13

Es gibt offensichtlich ein Token um den Archetyp in den Text einzubauen, aber das versagt bei manchen Archetypen irgendwie. "Seid gegrüßt garetischer Krieger" oder "...Zwergensöldner" mögen zwar stimmig sein, aber bei "horasische Streunerin" klingt's eher unfreundlich, bei "horasische Einbrecherin" ist's ne Anschuldigung, und den "Oijaniha-Stammeskrieger" würde man im Mittelreich doch wohl eher schlicht als "Moha" bezeichnen

Lustig z.B. der Dialog mit König Kasimir von Nostria:

Noch bevor dir ein Ton über die Lippen kommt, ergänzt er: "Ich sagte: Anblick! Von mehr ist nicht die Rede. Keinesfalls! Verstanden?"

"Was denkt Ihr von mir?", gibst du dich entrüstet. "Ich bin eine horasische Einbrecherin!"

"Ganz recht", meint König Kasimir versonnen.
:roll:
Unter phexscher List hab ich mir eigentlich was anderes vorgestellt, aber zum Glück sind auch Kasimir und sein Haushofmeister nicht allzusehr von Hesinde gesegnet und vertrauen der geständigen Einbrecherin gleich darauf 30 Dukaten an...

Vielleicht sollte man die Textbausteine vom eigentlichen Archetypennamen separieren, und neutralere Bezeichnungen für den Textbaustein wählen, dann würde beim garetischen Krieger immer noch genau das stehen, beim Zwergensöldner aber "Amboszwerg", bei Streunerin und Einbrecherin "Horasierin", etc.

Ich hab zwar noch nicht so viele Abenteuer durch, aber einige angespielt, und es wäre schön, wenn z.B. phexgefällige Charaktere sich anderen zu erkennen geben könnten (und damit mein ich jetzt nicht den König oben). Z.B. Schiff in der Flasche: Warum sollte eine athletische, gewandte Einbrecherin das Fest der Phexenskinder staunend beobachten und dann wegrennen? Hier wäre mitmachen angesagt.

Und noch eins:
Gedanklich befindest du dich in Nostria, im Thronsaal des glatzköpfigen Kasimir, die wunderschöne Prinzessin im Arm. Der König bedankt sich ausgiebig bei dir und bietet dir die Hand der grazilen Prinzessin an ...

:shock: Langsam wird sie mir unheimilch... Wozu, beim Namenlosen, braucht sie eine menschliche Hand, noch dazu von einer Prinzessin?

Im Text wird immer wieder mal das Geschlecht übersehen, vielleicht sollten ein paar Tester dazu verdonnert werden weibliche Charaktere zu spielen? Dass die Heldin öfter mal als "Er" angeredet/bezeichnet wird oder sich selbst als "Held" etc. bezeichnet, ist verzeihlich und schnell behoben bzw. beim Lesen ignoriert. Dass die Frauen aber immer wieder ins sabbern kommen, wenn eine hübsche Geschlechtsgenossin ihren Weg kreuzt muss nicht sein. Es wäre nett, wenn eine Frau mal ihre Augen von der lieblichen Prinzessin lassen, und stattdessen den gutgebauten Piratenkapitän anschmachten würde.



Der Wunsch nach archetypbezogener AP Vergabe wurde auch schon öfter angesprochen aber trotzdem: Wenn eine Streunerin nachts am Hafen von 6 Kerlen bedrängt wird, sollte sie freiwilig ins Hafenbecken springen. Rondragefällig gegen die Übermacht antreten (und riskieren dass neben Boron auch Belkelel auf ihre Kosten kommt) ist hier völlig daneben, und sollte nicht mit extra AP belohnt werden. Auch "out of character" ist es einfach nur dann wahr, dass man mit allen Archetypen Max AP bekommt, wenn man sie als Krieger spielt, und ja keine AP an Rollenspiel-Werte verschwendet.

Die Argumentation der Gleichbehandlung zwecks Ruhmeshalle ist zwar nett, aber ist ein Forscher der auf Kampf hochgezüchtet ist um Max AP zu bekommen nicht nur ein Krieger unter anderem Namen? Momentan muss man in den meisten Abenteuer einen "Haudruff" spielen, um Max AP zu bekommen. Warum nicht mal mehr AP geben wenn man Kampf vermeidet? Der hochgezüchtete Krieger ist dann zwar nicht rollengerecht gespielt, und muss die Talentproben ewig wiederholen um max AP zu bekommen, aber ist da wirklich ein Unterschied zum rondragefälligen Forscher/Streuner?

Vielleicht spiel ich das Schiff in der Flasche irgendwann nochmal mit nem ochsenherdeschwingenden Panzerzwerg durch, aber meine Stufe 6 Einbrecherin hatte nur nach ner intensiven Nachladeorgie mit viel Glück den ersten 3:1 Kampf gewonnen, mit mehreren Wunden und 10 LP übrig, hab ich den 2. Kampf dann freiwillig abgebrochen. Hier sind 30-40 AP ganz klar nur für bestimmte Archetypen reserviert.

Hier wäre es m.E. wünschenswert gewesen, wenn Phex und Hesindegefällige Archetypen (meinetwegen auch noch der Goblin) die Option zum Kampf garnicht gehabt hätten, und stattdessen freiwillig ins Wasser hätten springen können. Die verpassten 2x26 AP hätten sie dann auf für Rondras Fanclub verschlossene Art und Weise doch noch bekommen (z.B. mehr Interaktion mit der lokalen Diebesgilde oder Halle der Antimagie).
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Beitragvon CM_Admin » Freitag 19. August 2011, 15:22

Vielen Dank für deine Kritik. Du hast in vielen Punkte Recht. Wir bemühen uns in jüngeren Abenteuern verstärkt um bessere Anpassungen für die unterschiedlichen Archetypen. Aber wenn wir wirklich konsequent wären, dann dürften wir eigentlich solche Exoten wie den goblinischen Rattenfänger in zivilisierteren Gefilden meist gar nicht einsetzen.

Das betrifft auch deine Anmerkungen zu "Kämpfen als Lösung" im Gegensatz zu "rollenspielerischem Talenteinsatz als "Lösung". Konkret haben wir das beispielsweise in "Krieg um die Krone" umgesetzt. Es ist aber sehr aufwändig und wir können es nicht überall machen sonst wird ein Abenteuer zwar sehr "breit" aber nicht sehr "lang". Und das ist auch nicht im Sinne vieler Spieler.

Beim Geschlecht achten wir schon sehr genau auf die Unterscheidung. Wenn dir da etwas auffällt, dann schreibe am besten hier http://forum.chromatrix.com/viewtopic.php?t=1941 einen Eintrag.

Das Abenteuer "Unter Piraten!" ist - zugegeben - nicht das ideale Setting für weibliche Heldinnen. Darüber sollte man versuchen hinwegzusehen, da allein das entscheidende Motiv für das Abenteuer, die Suche nach der Prinzessin, im Grunde nur für einen männlichen Helden funktioniert. Würden wir weiblichen Heldinnen "verbieten", dieses Abenteuer zu spielen, dann wäre der Aufschrei ihrer Spielerin oder ihres Spielers ungleich größer ... schon allein wegen den dann nicht erhaltbaren APs. Und eine gerechte Verteilung der APs unabhängig vom Archetyp und Geschlecht sind den allermeisten Spielern auf der Meta-Ebene extrem wichtig.
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Beitragvon Arkandor » Freitag 19. August 2011, 16:11

CM_Admin hat geschrieben:Vielen Dank für deine Kritik. Du hast in vielen Punkte Recht. Wir bemühen uns in jüngeren Abenteuern verstärkt um bessere Anpassungen für die unterschiedlichen Archetypen. Aber wenn wir wirklich konsequent wären, dann dürften wir eigentlich solche Exoten wie den goblinischen Rattenfänger in zivilisierteren Gefilden meist gar nicht einsetzen.

Wenn ich einen Goblin spiele, dann erwarte ich eigentlich kein ernstes Spiel. Da sind dann Sachen wie "Was denkt Ihr von mir? Ich bin ein goblinischer Rattenfänger!" oder das Träumen von einer Heirat mit der menschlichen Prinzessin eher als gewollter Humor zu verstehen. BTW: wie steht eigentlich ein Zwerg zur "lieblichen Prinzessin"?


Das Abenteuer "Unter Piraten!" ist - zugegeben - nicht das ideale Setting für weibliche Heldinnen. Darüber sollte man versuchen hinwegzusehen, da allein das entscheidende Motiv für das Abenteuer, die Suche nach der Prinzessin, im Grunde nur für einen männlichen Helden funktioniert.

Naja, selbst ein männlicher Held könnte doch mehr an der Belohnung interessiert sein als an der Prinzessin. Und ein Streuner oder Gaukler sollte auch höchstens daran interessiert sein mit der Prinzessin ein bischen Rahja zu huldigen, um sich dann irgendwann Nachts mit dem Familienschmuck wegzustehlen.

Würden wir weiblichen Heldinnen "verbieten", dieses Abenteuer zu spielen, dann wäre der Aufschrei ihrer Spielerin oder ihres Spielers ungleich größer ... schon allein wegen den dann nicht erhaltbaren APs.

Interessanterweise wird ja auf weibliche Helden eingegangen, z.B. beim Baden ganz am Anfang, im Bordell oder beim Betören des Piratenkapitäns. An anderen Stellen wirds aber wieder übersehen.

Aber schön dass bei neueren Abenteuern mehr auf Archetyp und Geschlecht geachtet wird.


Und eine gerechte Verteilung der APs unabhängig vom Archetyp und Geschlecht sind den allermeisten Spielern auf der Meta-Ebene extrem wichtig.

Schon, aber das muss ja nicht im Umkehrschluss heissen, dass zwar alle Archetypen max-AP bekommen können, aber nur wenn sie wie ein männlicher Krieger gespielt werden.
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Beitragvon CM_Admin » Freitag 19. August 2011, 17:20

Arkandor hat geschrieben:BTW: wie steht eigentlich ein Zwerg zur "lieblichen Prinzessin"?

Muss natürlich jeder Zwerg für sich entscheiden. Aber wir denken: Die Prinzessin ist nur unwesentlich größer und nur unwesentlich schwerer als ein Zwerg. Passt also. :wink:

Arkandor hat geschrieben:Schon, aber das muss ja nicht im Umkehrschluss heissen, dass zwar alle Archetypen max-AP bekommen können, aber nur wenn sie wie ein männlicher Krieger gespielt werden.

... oder wie eine weibliche Kriegerin. Immerhin wurde früher mal von Uli Kiesow ganz klar gesetzt, dass es bei den Eigenschaften grundsätzlich keine Unterscheidung zwischen männlichen Helden und weiblichen Heldinnen gibt. - Aber das nur als Randbemerkung. Wie schon oben gesagt: Du hast durchaus Recht. Jedoch können wir nicht für alle 14 Archetypen individuell rollengerechte Lösungswege anbieten, die auch noch zur Maximal-AP führen. Das ist vom Aufwand her nicht zu schaffen.
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Re: Kritik/Anregungen zur (Gleich)behandlung der Archetypen.

Beitragvon Alrik Fassbauer » Mittwoch 31. August 2011, 12:24

Arkandor hat geschrieben:aber ist ein Forscher der auf Kampf hochgezüchtet ist um Max AP zu bekommen nicht nur ein Krieger unter anderem Namen?


Ich spiele zur Zeit ein paar Abenteuer tatsächlich als Forscher durch - und einige Kämpfe sind für mich *extrem* schwierig zu gewinnen.
Zur Zeit "hänge" ich da im zweiten Drakensang-Spiel fest, "Saat des Zorns".

Ich werde das in Zukunft mit einem etwas mehr auf Kampffertigkeiten optimierten Helden versuchen, den ich mir extra für solche Abenteuer erstellt habe.


Ganz generrell gibt es ja (auch im Ulisses-Forum) die Diskussion, die ch jetzt gnz einfach mal mit dem Titel "Bauern-Gaming oder Power-Gaming" abkürzen werde ... Wobei das nicht ganz richtig ist : Es geht dabei nicht nur darum, ob es auch niedrigstufigen Helden gelingen sollte, Abenteuer zu bestehen, sondern es geht auch darum, wie sich Kampf- und Niht-Kampf-Talente im Spiel auswirken würden.

Im Klartext wird auch immer wieder gerne das Beispiel gebracht von "ein Kämpfer mag zwar im Kampf supergut sein, steht aber in der sozialen Interaktion wie der Ochs' vorm Scheunentor."

Nach dieser Ansicht sollten kampfstarke Helden durchaus auch Nachteile erleiden können - in Gegebenheiten, in denen es eben *nicht* um den Kampf geht ...


Um das Ganze mal etwas auf sie Spitze zu treiben ;) : Die Duelle in Minkey Island 1 zeigen im Grunde doch sehr gut, wie es auch gehen könnte : Beschimpfungen + Säbelkampf ... Also : "soziale Interaktion" gepaart mit Kampftechniken.

Keine Ahnung, inwieweit das überhaupt für DSA Sinn machen würde bzw. überhaupt umsetzbar wäre (Überreden-Proben ? Bei Erfolg Malus auf Ausdauer oder sowas ?).
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